Bemerkenswert
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Herzlich Willkommen

img003Schön, dass Sie auf meiner Homepage angekommen sind.

Beim Stöbern wünsche ich Ihnen viel Freude und so manche Entdeckung. Vielleicht schauen Sie einfach öfter mal vorbei, da es immer wieder Neues über mich zu lesen gibt.


Ohne Worte möchte ich nicht sein
Ohne Worte möchte ich nicht sein,
sie zu denken, schreiben, lesen,
ist von je her mein „Ding“ gewesen,
nein, ohne sie möchte ich nicht sein.
Wortlos träume ich mir meine Welt
nicht, weil es mir nicht gefällt,
Buchstabe für Buchstabe, Zeile für Zeile,
bis alle Gedanken geordnet sind.
Nein, ohne Worte möchte ich nicht sein.


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Liebe Textflash: Warum ich meine alten Romane lasse, wie sie sind

Wer will schon „perfekt“?

Textflash - Mikaela Sandbergs unmögliche Autorenseite

Ja, ich weiß, ich könnte perfektionistischerweise mit den neuen Schreiberkenntnissen die alten Ballett-Romane überarbeiten und sie neu auflegen. Sicher würde der eine oder andere Schreibfehler dabei getilgt. Aber das wäre so, als würde ich mir meine alten Schulhefte vornehmen, um sie noch mal fein säuberlich abzuschreiben. Bloß wofür?

Außerdem eignen sich die „alten“ Romane wunderbar, einen ggf. vorhandenen „Starstatus“ zu relativieren (den ich sowieso mal zur Diskussion stellen möchte, denn wozu brauchen wir den literarischen Starkult mit den Bestsellerlisten eigentlich – die Qualität der Bücher lässt sich daran ja nicht ablesen?!). Ich stehe zu meinen sprachlichen Schlenkern und Missgriffen, weil ich mir das als Mensch leisten kann und will. Und es ist weder masochistisch noch sonstwie selbstkasteiend, darauf Wert zu legen, auf solche „Fehler“ von Lesern angesprochen zu werden. Weil ich es immer noch schätze, auf diesem Weg die Leute kennenzulernen, die meine Bücher lesen. Und dann lese ich ihre…

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Paukenschlag und Donnerhall

Der erste Monat des neuen Jahres lässt die Erinnerungen an 2016 verblassen.

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„Cabo da Roca – Fels der Entscheidung“ ist Geschichte  wie „Der falsche Rinderhirte in der wilden Puszta“.  Während am „Cabo“ tiefgreifende  Änderungen zwischenmenschlicher Art unter portugiesischer Sonne wachsen und das Leben der Hauptfigur über den Haufen werfen, ist der „falsche Rinderhirte“ ein kleiner Einblick in „meinen“ Karpaten-Bogen. Historische Begegnungen, und „irdische Aussichten“ ändern den Blick des Lesers, je nach Himmelsrichtung. – sechs mehr oder weniger lange Geschichten, mit Höhen, Tiefen und paradiesischer Breite.

„Oma Marthas Märchenbuch“ versammelt das „überlebende Erbe“ an 100 Jahre Martha Petry, deren Geburtstag sich 2017 zum 100. Mal jährt.

„Der Bläuling und die Wasserjungfer“ vereint eine gute Handvoll tierisch-menschlicher Geschichten zu Vorlesen und Selberlesen.

Beiden Büchern ist gemein, dass Helga Sadowski alle Zeichnungen verantwortet. Sie geben meinen Geschichten ein Gesicht und einen würdigen Rahmen.

Das war es für 2016!

Ein Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr wird wohl gestattet sein, oder?

Es wird weitergehen:

  • Die Maus im Schlafanzug – eine Sammlung homoerotischer Geschichten
  • Drabbles und andere Kleinode
  • Was bleibt ist nur Erinnerung – eine transsexuelle Biografie
  • ein Bühnenstück „Das Klassentreffen“

Mal sehen, was als Erstes kommt.

maus-im-schlafanzug

 

 

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Ausblick, Pläne und Ideen

Vorsätze habe ich keine, nur Pläne: Begonnene Projekte aus 2016 zu Ende bringen … Da kommt eine bunte Mischung auf uns zu. 2017 wartet mit Neuerungen auf.

Rückblickend betrachtet war 2016 mein erfolgreichstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Vier Buchprojekte beendet, eine Handvoll für 2017 vorbereitet. Dazu kommen noch die „literarischen“ Kleinigkeiten, die sich angesammelt haben. Vielleicht bekommen sie ja Nachwuchs.

  • maus-im-schlafanzug
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An der Schwelle eines neuen Jahres

Wahre Worte. Danke, Lothar. Liebe Grüße und einen guten Rutsch. Es kann nur besser werden, so oder so. Katharina

lotharbirkner

Ich gebe zu, an der Schwelle des neuen Jahres 2017 kann einem schon Angst und Bange werden. An der Spitze der mächtigsten Nation der Welt in wenigen Tagen Donald Trump, ein Mann, der Klimawandel für eine Falschmeldung hält und mit dem Gedanken eines neuen atomaren Wettrüstens spielt. In Moskau Putin, ein Politiker, dem jedes Mittel Recht ist, Russland wieder zur alten Größe zu führen. Dazu gehören menschenverachtende Interventionen in Syrien ebenso wie Cyber-Angriffe mit dem Ziel westliche Demokratien zu destabilisieren. In Syrien dominieren zur Zeit Russland, Iran und die Türkei. Neue humanitäre Katastrophen sind somit vorprogrammiert.
Terroristische Islamisten, die nachdem sie an Boden in ihrem Stammgebiet verlieren, immer mehr Europa zur Zielscheiben auswählen. Gleichzeitig stellen wir fest, dass politisch zu verantwortendes Behördenversagen ihnen ebenso in die Hände spielt, wie die Tatsache, dass es nicht gelungen ist Teile der eingewanderten Bevölkerung in Europa gut zu integrieren. Und rechtsgerichtete Idioten, die eine…

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Silvester-Punsch

Für dieses Mal hatten sie sich schon zum Frühschoppen getroffen, um das alte Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf das neue zu wagen.

Der Winter war etwas verschnupft, es war ihm nicht gelungen, dem Hochfest zu Christi Geburt ausreichend Schnee zur Verfügung zu stellen. „Wie man es macht, ist es verkehrt. Der Eine will Schnee bis an die Knie, der andere mag gerne darauf verzichten, weil ihm der Kaffee auf dem Balkon sonst vor dem letzten Schluck den Hals verkühlt!“

„Ach nee, Winter, bist du etwa schlecht drauf?“ Der Herbst lehnte sich in seinem Stuhl weit nach hinten, dass er fast überkippte. Doch der Sommer hielt schützend seine Hand an die Lehne. „Pass doch auf! Sonst brichst du dir noch das Genick! Und dann brauchst du nächstens gar nicht mehr …“

„Ja, ja, du musst dich grad wichtigtun!“ Insgeheim war der Herbst aber froh, dass der Sommer so fürsorglich war.

„Das Jahr hatte es in sich“, meinte der Frühling. Er wollte schnell die Konferenz zu Ende bringen, damit er sich noch ein Weilchen ausruhen konnte. „Viel ist passiert, kaum Verschnaufpausen.“

„Das ist wahr, mein junger Freund.“ Jovial legte der Winter seine Hand auf dessen Schulter. „Wir machen ja schon. Also, wer will wie, was, wann und wo?“

Der Sommer nahm einen guten Schluck vom Punsch. „Nun, für mich könnte es ruhig lang dauern, gerne ab Ostern bis in den September, ich bin fit. Schließlich habe ich dieses Jahr gezeigt, was ich draufhabe.“

„Das ist ja nicht schlecht, hat aber auch Nachteile. Bist du zu nass, maulen sie, bist du zu trocken, meckern sie auch. Zudem ist es für Vieles nicht gut, dauerst du zu lange. Das gibt schlechtes Karma.“ Der Frühling schnäuzte sich. „Eigentlich reichen drei Monate für jeden, wie es Brauch ist.“

„Nee, nee!“ Der Winter schlug mit der Faust auf den Tisch. „Es muss ein Ausgleich her! Der Sommer war vielerorts viel zu warm und definitiv zu trocken. Hast du mal in die Flüsse gesehen? Da ist nix zu holen.“

„Das mag ja sein, Winter, aber zu viel Schnee hilft dem Pegel auch nicht.“ Der Herbst legte beschwichtigend seine Hand auf den Arm des Winters. „Es würde doch reichen, wenn Du dem Januar eine gute Grundlage gibst. Das entschädigt für grüne Weihnachten. Ganz sicher!“

„Ja, und im Februar lässt du den Schnee vergehen, damit ich im März die Sonne nicht so viel arbeiten muss.“ Der Frühling lächelte. „Dann können die Ostereier im April definitiv im Gras deponiert werden.“

„Ja, das ist nicht schlecht“, meinte der Sommer. „Dann ist im Juni mein großer Auftritt!“

„Juni, Juli, August“, zählte der Herbst an seinen Fingern ab. „Das ist mir recht. September endet auf „er“, da komme ich recht.“

Der Winter sah seine Freunde mit Genugtuung an. „Dann ist es beschlossene Sache. Ich mach dann ab Dezember Halligalli, Schnee zum nächsten Christfest garantiert. Das ist gut fürs Gemüt.“

Silvester, so heißt der Wirt der Jahresschänke, lauschte an der Tür, die einen Spalt offenstand. Das machte er immer, damit er mitbekam, was abgesprochen wurde. Dann räusperte er sich und betrat den Gastraum, gerade, als der Frühling sein Glas erhob. Ihm schmeckte der Punsch sichtlich. Seine Bäckchen glühten schon. „Besiegeln wir den Plan mit einem weiteren Glas Punsch und lasst uns zum gemütlichen Teil der Konferenz übergehen.“

„Abgemacht. Wer hat noch nicht, wer will noch mal?“ Der Herbst nahm den Schöpfer zur Hand und füllte alle Gläser bis zum Rand.

Wenn sie so weitermachen, dachte Silvester bei sich, dann hat es sich diesmal wirklich gerechnet. Er rieb sich die Hände, nahm einen weiteren Topf heißen Punsch vom Herd, aber nicht ohne vorher für sich ein Gläschen abzuzweigen. Mir soll es recht sein! Je länger sie debattieren, desto eher kann ich sagen: Das Jahr hat sich mal wieder gelohnt. Auf ein Neues. Prost.

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Ausblick

Das Jahr geht und lässt ein paar Tränen zurück. Freude, Trauer, Leid, Zorn und Resignation schwimmen darin mit. Ich wünsche mir, dass in 365 Tagen eine andere Bilanz zu ziehen ist.
Das Trennende sollte überwunden, der Feind (in Einem selbst und in dem „Anderen“) zum Freund genommen werden.
Die Krisen – menschengemacht und naturgegeben – sollten sich mit den freudigen Ereignissen zusammentun. Dann überwinden sie sich selbst.
Die Hoffnung soll uns tragen und das Mitgefühl begleiten.
Wir (als Mensch) haben es in der Hand, weil wir die Steuermänner (der Welt) sein wollen. Ob unsere Ziele erreicht werden (sollen, können, dürfen, müssen), liegt allein darin, welcher Art sie sind.
Hass und Gewalt sind keine Antwort – sie sind das Dynamit, das wie ein Bumerang zu uns zurückkehrt.
„Gehet hin in Frieden.“ Ein Segensspruch, der mir als wenig „kirchgängerisch“ dennoch gefällt – besonders in den jetzigen Zeiten, in denen die Marschrichtung eine andere zu sein scheint.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf … dann könnte mir nämlich das kommende Jahr gestohlen bleiben.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/terror-putschversuch-aleppo-2016-%E2%80%93-das-jahr-der-finsternis/ar-BBxJ8a1?li=AAaxdRI&ocid=spartanntp

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Aus Alt mach Neu – Das kann sogar der Kalender …

Das alte Jahr hat Speck angesetzt, ein paar graue Haare mehr bekommen und von all den Vorhaben (ich sage extra nicht: Vorsätze) bleibt manchmal nur eine Schale Beigeschmack. Dennoch lässt sich die …

Quelle: Aus Alt mach Neu – Das kann sogar der Kalender …

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Zwischen den Jahren … ein Gespräch unter Freunden

He, was willst du denn hier? Du kommst recht ungelegen. Nö, ich komme, wann ich will. Du bist hier fehl am Platze. Mach dich fort. Ne, mein Lieber, ich bin noch nicht fertig. Hab noch sooo viel zu …

Quelle: Zwischen den Jahren … ein Gespräch unter Freunden

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Rentiere auf Abwegen

„Weihnachten!“, stöhnte der Weihnachtsmann laut und schulterte den prall gefüllten Sack. Die Schritte knirschten im tiefen Schnee, während er Sack für Sack aus dem Haus zum Schlitten schleppte. „Wie schön wäre es, jetzt am lodernden Kaminfeuer sitzenzubleiben, einen heißen Grog zu schlürfen und von den frisch gebackenen Keksen zu naschen, die gerade erst aus dem Ofen gekommen sind.“

„Du musst los, alter Mann“, rief ein Elf und schob den Weihnachtsmann energisch zur Tür hinaus. „Und denk dran, immer der Nase nach, dann findet jedes Päckchen seinen Adressaten.“

„Ja, ja“, brummelte der Weihnachtsmann und stapfte mit dem letzten Sack zum Schlitten, der von einem Dutzend Rentiere gezogen wurde. Sobald er die Zügel in die Hand nahm, flogen die eifrigen Zugtiere in die finstere Nacht. Dann wurde es still im Weihnachtsmannhaus.

Die Elfen ließen sich müde in die Sessel am Kamin fallen und knabberten von den noch handwarmen Keksen. Manch einer kippte sich einen Schuss in den Punsch. Wenig später lag über allem ein himmlischer Friede, nur unterbrochen von vereinzeltem Schnarchen.

Währenddessen flog der Weihnachtsmann seine Runde einmal um die Welt herum. Binnen Augenblicken hatte er alle Geschenke in jedem Haus auf seiner Liste unter den Bäumen abgeladen.

„Wie schön! Ich bin dieses Mal wirklich schnell gewesen! Dann kann ich ja heimfliegen und bin vor Tagesanbruch wieder daheim.“

Er ließ die Rentiere laufen und lehnte sich müde in die weichen Kissen. Wenig später war er eingeschlafen und nur ein brummelndes Schnarchen verriet ihn. Die Rentiere, so ganz ohne Führung, hätten den Heimweg auch allein gefunden, wäre da nicht plötzlich ein süßer, verführerischer Duft in ihre Nasen gestiegen. Wie auf ein geheimes Zeichen hin lenkten sie den Schlitten immer dem Duft nach.

„Was uns dort wohl erwartet! Ich freu mich schon! Endlich mal was los hier! Wurde auch Zeit! Immer derselbe Weg ist doch langweilig! Auf ins Abenteuer“, riefen sie durcheinander.

Wenig später erreichten sie eine riesige Burg, die hell erleuchtet inmitten eines dichten Waldes stand. Der Duft war betörend! Himmlisch! Sie legten ihr Geschirr ab. Rudolf schob mit seiner roten Nase die Decke weiter über den Bauch des Weihnachtsmanns. „Er soll ja nicht frieren!“

Dann folgte er den Kollegen. Das Burgtor öffnete sich wie von Geisterhand und nun drang lieblichste Musik an ihre Ohren. Zögernd, aber nicht weniger neugierig, betraten sie die Eingangshalle, die über und über mit glitzernden Dingen geschmückt und von tausenden Kerzen ausgeleuchtet war.

„Da seid Ihr ja!“ Eine in festliche Robe gehüllte Gestalt erschien auf der Galerie. Dann schritt er an der linken Seite die Treppe hinunter, auf der rechten Seite flammten in feinste Stoffe gehüllte Wichtel.

„Wo sind wir hier?“, fragten die Tiere neugierig.

„Ihr habt endlich auch einmal den Weg zu mir gefunden! Ihr seid in der Hölle angekommen!“ Die Stimme des Teufels dröhnte und mit einem Mal löschten alle Kerzen ihr Licht und es stank plötzlich wie aus Güllekübeln. Den Rentieren wurde das Atmen schwer, aber nicht nur deswegen. Sie blieben fassungslos stehen und starrten auf den Teufel, dessen Hände ihnen bedrohlich nahekamen.

„Was willst du von uns? Was haben wir dir getan, dass du uns so erschreckst?“, stotterte Rudolf.

„Wisst Ihr, ich will Euch nichts Böses. Ihr seid nur die Boten.“ Der Teufel setzte ein gequältes Lächeln auf. „Aber überall verteilt Ihr Geschenke, seid brav und bekommt alle Zuneigung von Groß und Klein. Mir hat noch nie jemand etwas geschenkt. Mich besucht keiner, und niemand lädt mich auf einen Punsch oder gar ein Essen ein.“ Der Teufel ließ sich auf der untersten Stufe der Treppe nieder und senkte den Kopf.

„Und was haben wir damit zu schaffen?“ Rudolf bemühte sich um eine friedliche Stimme, es gelang ihm nicht ganz.

„Nun, Ihr seid die Boten, ihr bringt Geschenke und Frieden in jedes Haus. Da hätte ich gerne auch etwas.“ Der Teufel sah zu Rudolf auf, der ihn in dieser Position um Kopfes Länge überragte. „Ich möchte auch einmal Weihnachten feiern.“

„Das verstehe, wer will, Teufel. Was hast du mit Weihnachten zu schaffen. Das geht dich nix an.“ Rudolf stapfte mit dem Fuß auf. „Es ist das Fest des Friedens und der Liebe! Da kannst du wohl schwerlich mitreden. Und Geschenke muss man sich auch verdienen.“

„Ach so.“ Der Teufel begriff. „Was kann ich tun, damit ich es wert wäre, ein Geschenk zu bekommen? Ich hätte zu gerne auch einmal ein Päckchen.“

„Das liegt nicht in unserer Hand, Teufel, wir sind, wie du selbst schon bemerkt hast, nur die Boten. Allein der Weihnachtsmann kann dich beschenken, wenn er es will.“

„Dann holt ihn herein! Ich muss mit ihm reden.“

„Das wird ihm nicht gefallen, geweckt zu werden, denke ich. Da ist der Weihnachtsmann recht eigen.“ Rudolf tat der Teufel ein bisschen Leid. „Aber vielleicht …“

In diesem Augenblick ging die Tür auf und der Weihnachtsmann trat in die Halle. „Was ist denn hier los? Wo sind wir? Rudolf, warum bist du nicht nach Hause gefahren, wie ich es dir aufgetragen habe?“

„Ach, Chef, es tut mir aufrichtig leid, aber da war plötzlich so ein himmlischer Duft, da musste ich …“

„Papperlapapp!“ Der Weihnachtsmann trat auf den Teufel zu. „Du hast also Schuld, du alter böser Teufel, du!“

„Ja, Weihnachtsmann, ich habe deine Rentiere hierhergelockt. Sie wären ja sonst wieder einfach vorbeigeflogen. Ich musste sie stoppen!“

„Wozu? Sie haben ihren Job!“

„Das weiß ich sehr wohl, Weihnachtsmann. Aber auch ich möchte ein einziges Mal beschenkt werden. Deshalb habe ich sie hierherkommen lassen. Ich wollte mit dir reden, von Mann zu Mann, verstehst du?“

„Da ich nun mal hier bin, können wir gerne miteinander reden. Schließlich war ich schon auf dem Heimweg. Aber nur, wenn du die Kekse und den Punsch mit uns allen“, der Weihnachtsmann wies auf seine Tiere, „teilen willst.“

„Das ist ein Leichtes.“ Im nächsten Augenblick war der grässliche Gestank verschwunden, die Kerzen brannten wieder und der Duft heißen Punsches und warmer Plätzchen breitete sich aus. „Kommt mit, meine Freunde, im großen Saal ist Platz für uns alle.“

Mit gemischten Gefühlen folgten der Weihnachtsmann und die Rentiere dem Teufel die Treppe hinauf in einen großen Saal, der festlich geschmückt war. An der langen Tafel fanden alle Platz.

„So habe ich mir das immer vorgestellt! Alle sitzen an meinem Tisch und feiern mit mir. Dass ich das noch erleben darf!“

„Es liegt an dir, Teufel, nur an dir. Deine List sei dir verziehen, für dieses Mal.“ Der Weihnachtsmann nahm einen Schluck vom heißen Punsch, wischte sich ein paar Tropfen aus dem Bart und sah zufrieden in die Runde. Sein Blick blieb am Teufel haften, der rote Bäckchen bekommen hatte. Ob das vom Punsch war oder vor Rührung ließ sich nicht erkennen.

„Du weißt, dass man mir nachsagt, ich sei das Böse in Gestalt. Aber das ist wirklich nicht so, wie es aussieht. Ich bin hier recht einsam und mein Leben lang allein. Das macht mich traurig und vielleicht auch ein wenig ungerecht.“

„Dann wende deinen Schritt und folge einfach deinem Herzen. Wenn du wirklich willst, wirst du auf deine alten Tage mit mehr beschenkt als nur einem kleinen Päckchen.“ Der Weihnachtsmann griff in den Sack, den er die ganze Zeit auf dem Rücken getragen hatte. „Ich habe jedes Jahr ein Päckchen übrig. All die Jahre habe ich nicht gewusst, wem ich es geben soll. So sei es deins.“

Er reichte das Päckchen an das Rentier neben ihm. „Gib es weiter, es ist für den Teufel.“

Das Rentier gab das Päckchen an seinen Nebenmann und der wieder an den nächsten. Wenige Augenblicke später hielt der Teufel das kleine Päckchen in seinen Händen. „Das ist zu lieb von dir, Weihnachtsmann. Ich nehme es mit Freuden. Danke.“

Der Teufel löste ganz vorsichtig die bunte Verpackung und man sah ihm an, wie neugierig und aufgeregt er war. „Ich habe noch nie etwas geschenkt bekommen!“

„Dann wurde es Zeit“, riefen die Rentiere und der Weihnachtsmann durcheinander. „Mach auf, Teufel.“

Der öffnete mit zitternden Händen das Kästchen, das zum Vorschein gekommen war. „Ach, was ist das schön!“ Dem Teufel liefen vor Rührung Tränen übers Gesicht. Er hob ganz vorsichtig ein goldenes Herz aus dem Kästchen hervor und betrachtete es von allen Seiten. „Das habe ich nicht verdient!“

Die Rentiere staunten nicht schlecht, so ein schönes Herz hatten sie noch nie gesehen. Stumm nickten sie, als der Teufel es an seine Brust hielt. Der Weihnachtsmann hob den Blick in den Himmel. „Jetzt weiß ich endlich, wem dieses Päckchen gehört.“

„Danke, Weihnachtsmann. Und danke auch euch, ihr lieben Rentiere.“ Der Teufel hielt das Herz fest an die Brust gepresst und plötzlich flutschte es durch seine Joppe geradewegs an die Stelle, wo es immer schon hatte sein wollen. Es schlug kräftig von innen gegen die Brust, dass alle es sehen konnten. „Ich bin sprachlos!“

„Das ist das erste Weihnachten, dass mich mit wahrer Freude und größtem Frieden erfüllt“, rief der Weihnachtsmann. „Endlich ist mein Sack wirklich leer!  Und mit noch größerer Begeisterung sehe ich deine Freude. Rudolf!“ Er wand sich an sein Leitrentier. „Rudolf, ich denke, wir haben endlich alle Päckchen ihrer Bestimmung zugeführt. Wir können heim. Auf geht’s!“

Rudolf sah vom Weihnachtsmann zum Teufel und wieder zurück. „Nein, Chef. Wir werden heute nicht mehr heimfahren. Der Teufel soll heute nicht alleinbleiben müssen. Jetzt, wo er ein goldenes Herz hat. Doch morgen in aller Herrgottsfrühe werden wir aufbrechen.“

„Dein Widerspruch ist gut gewählt, Großer! Also bleiben wir, wenn“, der Weihnachtsmann wandte sich an seinen Gastgeber, „wenn du es willst, Teufel.“

„Gerne, meine Freunde, feiert mit mir, so lange ihr mögt. Es soll euch nichts mangeln. Es ist mein Dank an Euch.“

Der Teufel schnäuzte. Dann ließ er seine Elfen alles auftragen, was seine Höllenküche hergab. Die Lichter brannten, der Punsch floss in Strömen und alle ließen sich das Festmahl schmecken.

Erst kurz vor dem Morgengrauen sah man einen Schlitten, von 12 Rentieren gezogen, in den Norden fliegen. Der Weihnachtsmann schlief derweil seinen Rausch aus.

Rudolf wandte sich an seine Freunde. „Fortan werden wir jedes Jahr diesen Abstecher machen, da wird der Weihnachtsmann sicher nicht Nein sagen.“

„Bestimmt“, tönte es fröhlich durch die Nacht.